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Geschichte Angefangen hat auch beim Röntgenplatzkino alles mit einem kleinen Grüpplein von Unentwegten. 1985 präsentierten einige Quartierbewohner auf dem Röntgenplatz im Zürcher Kreis 5 die ersten vier Filme unter freiem Himmel. Der vorher stark befahrene Platz war gerade frisch beruhigt und man suchte nach Verwendungsmöglichkeiten für den gewonnenen Freiraum. Inspiriert von den fest installierten Freiluft-Kinos in Frankreichs Süden, begann die Handvoll Aktivisten und Aktivistinnen mit der Organisation eines Open-Air-Filmtheaters. Das Sommerkino auf dem Röntgenplatz ist das zweitälteste seiner Art in Zürich, nur in der Roten Fabrik haben sie den Projektor noch ein Jahr früher unter freien Himmel gezügelt. Heute teilen sich die beiden Urgesteine mit Hans X. Hagen den routiniertesten und versiertesten Operateur.Auf dem Programm standen im ersten Jahr unter dem träfen Motto «Harte Männer - starke Frauen» die vier Klassiker «Casablanca», «African Queen», «Ninotschka» und «Der blaue Engel». Im Publikum sassen pro Abend um die 30 Leute auf ihren mitgebrachten Stühlen. Aus den bescheidenen Anfängen ist über die Jahre einer der vielbeachteten Fixpunkte im Kulturleben des Industriequartiers herangewachsen. Bei gutem Wetter tummeln sich mehrere hundert Personen auf dem Platz, Manchmal ist der Andrang so gross, dass die Sitzplätze nicht reichen. Dann kommen die Besucher wie früher mit den Stühlen von zuhause. Während also der Andrang über die Jahre stark gewachsen ist, blieb vieles am Röntgenplatz unverändert. Vor dem Hauptfilm gibt es immer einen Trickfilm für die Kinder. Die wuseln in der restlichen Zeit auf dem Platz herum und profitieren davon, dass die Eltern mit der Pflege von Sozialkontakten und Filmschauen beschäftigt sind. Dann folgt der Hauptfilm und in der Pause die Kollekte. Der Eintritt ist frei, und der organisierende Verein lebt von den freiwilligen Beiträgen und den Bareinnahmen. Das fällt nicht immer gleich leicht: Wenn es regnet oder stürmt, gibt es auf dem Platz manchmal mehr Helfer als Zuschauer. Wir verzichten auf Sponsoren, Werbung und Unterstützung der öffentlichen Hand, arbeiten unentgeltlich und schenken, wenn es reicht, lieber dem Röntgenplatz neue Tische und Bänke oder unterstützen ein anderes Projekt im Kreis 5. Dieses Jahr heisst unser Thema „VOLL WOHNSINN“. Wir zeigen Filme übers Zusammen-Wohnen und schenken unseren Nachbarn der BEP einen Jubiläumsabend mit Kurzfilmen zu diesem Thema. Frühere Schwerpunkte hiessen «Taxi», «Krimi» oder «Schräge Vögel». Als die SBB Ende der neunziger Jahre den altehrwürdigen Wipkinger Viadukt zur Betonbrücke ausbauen wollten, war der Protest im Quartier heftig und das Motto folgerichtig «Widerstand». Drei Jahre später dann, als die SBB ihre Pläne abgeändert und das Zürcher Volk dem Tunnel nach Oerlikon zugestimmt hatte, feierten wir den Erfolg mit dem Motto «Untendurch» und Filmen wie «Subway» und «Das Leben ist eine Baustelle». |
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